Jedes Kind hat eine Chance verdient

Geschichte

Das Bedürfnis zu helfen wurde Wirklichkeit

Durch die Adoption unserer Töchter Amelie und Divya aus Mumbai (Bombay) haben wir eine langjährige enge Beziehung zum indischen Subkontinent. Indiens Schönheit, seine bunten Farben, die Lebensfreude, Liebenswürdigkeit und Gastfreundschaft seiner Menschen, seine Vielfalt an Kulturen und Völkern beeindrucken uns immer wieder ebenso tief wie die allgegenwärtigen Lebensumstände wie grenzenlose Armut, Verwahrlosung, Krankheiten und Kriminalität, in denen viele Menschen dort leben. In vielen Besuchen hat uns dieser Widerspruch besonders berührt und den dringenden Wunsch aufkeimen lassen, den Hilflosesten und Ärmsten, den Straßen- und Waisenkindern Indiens wenigstens in Einzelschicksalen eine Chance auf ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben zu geben.

Die Tsunami-Katastrophe vom 2. Weihnachtstag 2004 war für uns endgültig Anlass, unsere seit langem entwickelte Idee in die Tat umzusetzen. Mit der Erfahrung langjähriger Hilfsarbeit im Kriegsgebiet es ehemaligen Jugoslawien sammelten wir in unserem privaten und beruflichen Umfeld spontan Spenden, um damit Kindern zu helfen, die durch die Flut ihre Eltern verloren haben.

Mit dem gespendeten Geld im Gepäck reisten wir im März 2005 nach Hyderabad. Dort trafen wir auf Menschen, die - in gleicher Weise motiviert wie wir – schon lange Waisen- und Straßenkinder aufnahmen, um ihnen Fürsorge, regelmäßige und gesunde Ernährung, medizinische Grundversorgung und Schulunterricht zu geben. Unsere spontane Hilfe galt damals einer privaten christlichen Initiative in Hyderabad, die mehr als 50 Kinder aufgenommen hatte, deren Eltern dem Tsunami zum Opfer gefallen waren.

Diese erste Aktion sollte nach unserem Wunsche in eine langfristige Hilfe einmünden. So entstand nach unserer Rückkehr nach Deutschland im Frühjahr 2005 der chance for children - Hilfe für Waisen- und Straßenkinder in Indien e.V. Unser Verein ist seitdem im Register des Amtsgerichts Hannover eingetragen und wurde vom zuständigen Finanzamt als mildtätig anerkannt.

Inzwischen blicken wir auf 5 Jahre aktiver Arbeit mit und für Waisen- und Straßenkinder in Indien zurück. Unsere regelmäßige Unterstützung gilt einem Kinderheim- und einem Slum – Projekt in Bombay.

Schon damals – 2005 – stellten wir fest, wie schwierig es ist, in Deutschland “akqurierte” Spenden so einzusetzen, dass wir ganz persönlich auch für deren sinnvolle und zweckentsprechende Verwendung garantieren können. Denn darauf kam und kommt es uns an: dass die Gelder auch dort ankommen wo sie ankommen sollen. Im Falle der Kriegsopfer in Kroatien und Bosnien haben wir das mit der Hilfsorganiation bauern helfen bauern (http://www.bhb.sbg.at/) sicherstellen können, weil wir ganz persönlich jedes einzelne Hilfspaket zu den betroffenen Familien gebracht haben. Abgesehen von einzelnen Aktionen ist das in Indien aufgrund der grossen Entfernung nicht möglich. Umso wichtiger war es uns von Anfang an, Menschen vor Ort zu finden, die das von uns in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen.

Wir trafen in Indien immer wieder auf Menschen, die sich an das tägliche Elend nicht gewöhnen können und wollen und sich um liebevoll um Waisen- und Straßenkinder kümmern. Sie geben ihnen Fürsorge, regelmäßiges Essen, medizinische Grundversorgung und Schulunterricht. Zu diesen Menschen gehören Toni Paul vom Kinderheim Anand Ashram, Gene da Silva mit Jeevandhara, seinen Slum – Projekten in Mumbai und vor allem der langjährige Jesuitenpfarrer Richard Lane – Smith. “Father” – wie er liebevoll genannt wird – ist in Mumbai so etwas wie eine “Institution” in Sachen humanitäre Hilfe. Father haben wir schon bei einer unserer ersten Indien – Reisen im Jahre 2002 kennengelernt. Er ist uns ein treuer und äußerst engagierter Weggefährte und inzwischen auch persönlicher Freund geworden, der mit seiner ganzen Persönlichkeit Garant für den Erfolg unserer Arbeit in Indien ist.

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