Jedes Kind hat eine Chance verdient

Warum ist Helfen wichtig?

Trotz eines enormen wirtschaftlichen Aufschwungs in Indien oder gerade deshalb sehen wir überall auch bittere Armut, Hunger, Krankheit und Obdachlosigkeit. In der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen geben tausende Menschen ihr einfaches Leben auf dem Land auf und ziehen in die Städte. In den Metropolen wie insbesondere Bombay wächsen die slums daher ins Unermeßliche. Die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten ist dort am schlimmsten und trifft die Jüngsten am härtesten. Die Not ist riesig und wird unerträglich, wenn Kinder ihre Eltern verlieren oder von diesen ausgesetzt werden. Dann sind sie entgültig schutzlos der Straße ausgesetzt. Ob Tsunami oder wie in vielen Jahren sintflutartige Regenfälle des Monsun, Infektionskrankheiten wie z.B. Aids als Folge mangelhafter sanitärer Versorgung in den slums oder auch einfach nur Unfälle: die Schicksale sind allgegenwärtig so erbarmungslos, dass sie permanent neue schutzbedürftige oder verlassene Kinder hervorbringen. Oft werden Kinder von Eltern, die sich schon allein kaum ausreichend ernähren können, verlassen und ausgesetzt. Unternährung und Krankheiten sind die Folge. Viele Kinder verelenden und vegetieren in unmenschlichsten Verhältnissen auf den Straßen und in den Slums der Großstädte. Kriminalität und Prostitution sind typischen Karrieren.

Soweit es sich nicht um bereits existierende Kinderheime wie denen der Mutter Teresa, SOS – Kinderdörfern oder anderen „etablierten“ Initiativen handelt, schaffen es die meisten privaten Hilfsaktionen aus eigener Kraft häufig nicht, die notwendigen Mittel für ihre aufopferungsvolle Arbeit “zusammen zu kratzen”. Jeden Tag gehen sie „betteln“, damit sie für „ihre“ Kinder genug Nahrung kaufen, Lehrer und Ärzte bezahlen und die Miete für Unterkünfte und Schulen aufbringen können. Nicht immer gelingt das. Häufig gibt es nicht genug Essen und Trinken für alle. Oder sie müssen die Miete oder die Lehrergehälter schuldig bleiben. Und bei Krankheiten wie Lepra, Hepatitis, HIV oder einem einfachen Knochenbruch können sie die medizinische Versorgung oder notwendige Behandlungen und Operationen nicht bezahlen. Die räumlichen Verhältnisse sind für die vielen Kinder ohnehin schon katastrophal. Angesichts dieser täglichen Not kann man nur bewundern, wie es ehrenamtlichen Helfern immer noch gelingt, eine Atmosphäre voll Liebe und Geborgenheit für „ihre“ Kinder zu schaffen.

Angesichts der schlimmen traumatischen Erlebnisse, die die meisten Waisen- und Straßenkinder Indiens hinter sich haben, ist ihr Glück umso größer, wenn sie im Schoß einer neuen „Familie“ aufblühen und zum ersten Mal im Leben uneingeschränkte Liebe, Wärme und das wunderbare Gefühl, geborgen zu sein, genießen.

© Chance for Children | created by truecare